Frühstück. Sowas triviales. Und angeblich ja die wichtigste Mahlzeit des Tages. Ich habe mir diesen Post über Frühstück gezielt ausgesucht, da Frühstück eine Menge über meine Einstellung zum Essen und auch über mein Leben insgesamt aussagt.

Ich war und bin mein ganzes Leben lang schon Langschläferin. Als ich noch zur Schule gegangen bin, kam ich jeden Morgen eher schlecht als recht aus dem Bett. An Frühstück konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht denken. Erst in der ersten großen Pause habe ich überhaupt irgendetwas runtergebracht. In die Ferien dagegen kam es nicht selten vor, dass ich bis 11 Uhr geschlafen habe. Selbst dann konnte ich noch nicht direkt frühstücken, sondern musste immer bis 12 oder 1 Uhr warten, bis ich überhaupt etwas essen konnte. Ich frage mich oft woran das lag. War es meine generelle Unlust, in den Tag zu starten?

Erst als ich angefangen habe zu studieren und arbeiten, hat sich meine Einstellung zum Frühstück geändert. Plötzlich war ich 2 Stunden bevor ich zu meiner ersten Veranstaltung musste wach und habe ausgiebig im Bett gefrühstückt. Irgendwann war sogar der Zeitpunkt erreicht, wo ich direkt nach dem Aufwachen großen Hunger hatte und mein Körper gar nicht darauf warten konnte, endlich zu frühstücken. Am Anfang habe ich noch eher ungesund gefrühstückt, also hauptsächtlich Brötchen mit Käse oder Nutella. Bis ich vor etwa 3 Jahren anfing, mich mit veganer Ernährung zu beschäftigen. Damals fing auch der Smoothiebowl-Trend an, den ich irgendwie neidisch auf Instagram verfolgte. Frühstücksneid is real, folks.

Damals dachte ich noch, dass Smoothiebowls irgendwelche Geheimzutaten enthalten und für mich doch sowieso viel zu teuer sind. Kale? Spirulina? Goji-Beeren? Chia-Samen? Kann man das essen?! Das alles waren Fremdwörter für mich. Man hätte die Sachen vor mich hinstellen können und ich hätte nicht gewusst, was ich damit anfangen soll. Doch irgendwann fiel dann doch der Groschen: im Grunde war das doch nur Obst und Gemüse, was ich sowieso schon daheim hatte und eher mal zwischendurch aß. Eher skeptisch kaufte ich mir einen billigen Smoothiemixer und unternahm mehr schlecht als recht (Wer ahnt schon, dass man zusätzliche Flüssigkeit in einem Smoothie braucht?) meine ersten Smoothieversuche. Und irgendwann merkte ich: ich fühle mich morgens viel fitter, wenn ich einen Smoothie trinke. Gleichzeitig hatte ich aber immer noch Hunger, weshalb ich irgendwann begann Haferflocken oder Leinsamen dazu zu tun. Damit war dann der Bowl-Status erreicht, den man hier auch sehen kann.

Und irgendwie bin ich der Meinung, dass Smoothiebowls mein Leben ganz schön bereichert haben, so komisch wie das klingen mag. Eigentlich ist es ja auch kein Hexenwerk, wenn zum Frühstück plötzlich jede Menge Vitamine zu sich nimmt und dann auch tatsächlich fitter ist. Wow, so much vitamins, so much fit. Quasi so. Für mich war es aber wirklich eine Überraschung, dass ich plötzlich fitter war, morgens mehr erledigen konnte und vor dem Mittagessen nicht so hungrig war wie sonst. Heute sind Smoothiebowls für mich fast Tradition… Was nicht heißen soll, dass ich nicht mal einen Tag habe, wo ich mir schnell auf dem Weg zur Arbeit / Uni eine Laugenbrezel beim Bäcker hole, weil ich im Stress bin. Das heißt auch nicht, dass diese Tage dann automatisch unproduktiv sind und ich mich geistig nicht fit fühle.

Aber letztendlich waren Smoothiebowls meine erste Motivation, gesund zu frühstücken bzw. generell gesund zu leben. Ich konnte zum Beispiel früher mit Salaten nichts anfangen. Bis ich gelernt habe, dass gesund auch ziemlich lecker sein kann und nicht automatisch Verzicht bedeutet. Von daher liebe ich meine klassische Smoothiebowl (rein kommt übrigens meistens: eine Banane, ein Apfel, Tiefkühlbeerenmix, Mandelmilch & Chiasamen, drauf: Haferflocken & Leinsamen). Love it.