Weihnachten: Ein paar persönliche Gedanken

Weihnachten, ich habe das Gefühl, entweder liebt oder hasst man es. Nirgends scheiden sich die Geister so sehr wie bei diesem Tag. Die eine Seite liebt die festliche Stimmung, die schönen Weihnachtsmärkte, das Beschenken und 1,2,3 Tassen Glühwein. Die andere Seite hofft dagegen nur, dass alles ganz schnell vorbei geht: die Weihnachtsmärkte sind zu voll und zu teuer, in den Geschäften wird nur gehetzt, der Baum ist nicht schön und generell ist da ja viel zu viel Konsum. Das Kontroverse hinsichtlich des letzten Themas ist mir in Verbindung mit Instagram dieses Jahr ganz besonders aufgefallen. Hier war auch der Kontrast sehr stark: die einen machen Vlog-Mas und Blog-Adventskalendertürchen, die anderen regen sich über den Weihnachtsfeed auf und plädieren für mehr Besinnlichkeit. So folgt auch auf eine Story, die zur Teilnahme an einem Gewinnspiel aufruft, direkt eine andere, in der betont wird, dass man dieses Jahr ganz bewusst auf den Blogkalender verzichtet und man stattdessen etwas spenden solle.

Und hier komme ich nun mit einer vermutlich bahnbrechenden Erkenntnis (Achtung, Sarkasmus!) ins Spiel: Why not both?

Denn so sehr hat sich der Grundgedanke zur Weihnachtszeit doch gar nicht gewandelt. Sicherlich trifft man jedes Jahr gestresste Leute und besonders in den Großstädten werden die Geschäfte kurz vor Heiligabend immer voller. Tatsächlich scheint es so zu sein, dass jedes Jahr mehr Geschenke gekauft werden. Von den Großeltern hört man dagegen immer, dass sie früher zu Weihnachten höchstens einen neuen Schal bekamen und darüber sehr glücklich waren, während die heutige Generation unter einem Berg von Geschenken untergeht.

Das mag auch sehr gut alles sein. Tatsächlich kaufen wir Weihnachten viel zu viel ein und gerade Kinder könnten es auch vertragen weniger Geschenke zu bekommen. Aber irgendwie ist das auch nicht der springende Punkt. Denn was sich ja angeblich verändert hat, ist der Grundgedanke von Weihnachten. Überlegen wir mal: Was ist der Grundgedanke von Weihnachten, abgesehen von der religiösen Thematik? Weihnachten gilt als das Fest der Liebe, der Besinnlichkeit und des Zusammenseins. Wodurch zeigt sich diese Liebe? Dadurch, dass wir für andere da sind, aber auch dadurch, dass wir den besonderen Menschen in unserem Leben eine Freude machen. Und das geht eben prima über Geschenke.

Ich habe Weihnachten schon immer geliebt. Die Traditionen an Heiligabend, wenn man mit der Familie bei Kerzenschein zusammensitzt und wenn andere ihre Geschenke auspacken. Natürlich freue ich mich auch tierisch über jedes schöne Geschenk, was ich bekomme, aber ich glaube für uns alle ist das gar nicht soooo wichtig, wie man am Anfang denkt. Ich würde mich nicht über schöne Geschenke freuen, wenn ich nicht bei meiner Familie wäre oder andere sich nicht über ihre Geschenke freuen. Der Gedanken, anderen eine Freude zu bereiten, überwiegt eigentlich immer. Und das ist doch der Grundgedanke von Weihnachten, der heute immer noch da ist.

Wenn ihr also in der Stadt gestresste Menschen seht, die noch Geschenke kaufen, dann denkt vielleicht nicht als Erstes daran, dass heute ja alle nur auf Konsum aus sind. Sicher könnten es sich die Leute vielleicht auch einfacher machen, indem sie sich gegenseitig weniger schenken, aber der Gedanke dahinter bleibt: jemand anderem eine Freude machen, ob jetzt mit vielen oder wenigen Gedanken. Und das finde ich schön. Ein Fest, um allen anderen eine Freude zu machen und mit unseren Liebsten zusammen zu sein? Heeey, manchmal kann die Menschheit schon verdammt awesome sein.

Genauso sehe ich das mit dem Blogcember / Adventskalender, wie auch immer man es nennen will. Auch wenn alle Blogger plötzlich jede Menge Blogposts raushauen und man sich vor Gewinnspielen kaum noch retten kann: ist doch schön! Die Follower bekommen was geschenkt! Yay! Man mag dem ein oder anderem Blogger den Altruismus zwar nicht unbedingt abnehmen, aber am Ende freuen sich trotzdem die Follower, die beschenkt werden. Schön.

Natürlich gebe ich auch den Bloggern recht, die sich bewusst dagegen entscheiden, dieses Jahr einen Adventskalender zu machen. Stimmt ja auch, dass man nicht immer so viel schenken sollte. Aber hinter allem sehe ich eben immer noch den Kern von Weihnachten.

So. Und ich? ich werde mich jetzt aus dieser Lichterkette befreien und bald nach Hause zu meiner Familie fahren. Ich freue mich schon so sehr auf ein schön geschmücktes Haus, Spieleabende, Geschenke austauschen und viel Hundeliebe.

Photo Credit: @sarahwitpeerd

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